Mrz 30

Freitagabend war im Puppentheater Halle Premiere des Stückes ?Die hässliche Herzogin Margarete von Maultasch?. Diese Inszenierung durch Ania Michaelis beruht auf dem gleichnamigen Roman von Lion Feuchtwanger aus dem Jahre 1929. Erst in der zweiten Auflage kam der Zusatz ?Maultasch? hinzu, welcher der Herzogin von einem ihrer Männer gegeben wurde.

Tirol im Jahre 1330. Das Land spielt eine Schlüsselrolle in der Machtverteilung Europas und wird daher von drei Fürsten umworben. Der einzige Weg an den begehrten Besitz zu gelangen, ist die Herzogin Margarete zu heiraten. Diese ist zwar hässlich, doch außerordentlich klug, politisch bewandert, eine gute Führungskraft und liebt ihr Land abgöttisch. Nacheinander versuchen die Fürsten ihr Glück. Inmitten von Intrigen und Machtspielen ist die Rivalität zwischen Margarete und der Fürstin Agnes von Flavon (eine Untergebene der Herzogin) das eigentliche Hauptgeschehen. Agnes ist wunderschön, fraulich, zwar arm, was aber ihrem Erfolg bei den absichtlichen (?) Intrigen nicht schmälert. Ihre Weiblichkeit besticht jeden in ihrem Umfeld; vor allem die Männer (auch die Ehemänner der Herzogin) liegen ihr zu Füßen. Irgendwie scheint Agnes immer alles zu bekommen, was Margarete sich ersehnt und somit zerschlagen sich all die guten Absichten, die Margarete für sich und ihr Land hat. Das Streben nach Glück und der daraus entstehende Zwist zwischen den beiden Frauen bestimmt ihr ganzes Leben; was sich daraus ergibt, wird an dieser Stelle nicht verraten.

Auf Grundlage dieses Geschehens werden weitergehende Fragen aufgeworfen: Kann man aus seiner Natur ausbrechen? Ist Schönheit wirklich alles? Gibt es eine ausgleichende Gerechtigkeit, oder sind alle Mühen zwecklos, da es ein Schicksal gibt? Und dürfen wir das Sprichwort anwenden: Der Zweck heiligt die Mittel? Vielleicht sollten wir einfach eine Sequenz aus dem Stück befolgen: ?Es gibt sieben Freunden im Leben: Essen, Trinken, Pissen, Kacken, ein warmes Bad, ficken was man kriegen kann ? und dann? ?.schlafen.?

Die Inszenierung kommt mit wenigen Requisiten aus. Das Bühnenbild besticht durch einfache Klarheit; drei große, weiße Quader werden zu verschiedenen Bildern im Fluss des Geschehens umgebaut, ohne dass es störend wirkt. Nur die weiblichen Hauptakteure werden durch Puppen dargestellt, die männlichen von Schauspielern. Diese sind jedoch durch ihre Attribute erfrischend lustig dargestellt.

Ich hatte einen kurzweiligen Abend, die anderthalb Stunden vergingen wie im Fluge. Aber schaut es euch selbst an! Weitere Vorstellungen sind am 25. und 26. März, 7. und 9. April und am 14. Mai jeweils um 20.30 Uhr im Puppentheater Halle.

(Sabine Stoffner, Studienbotschafter der MLU, www.ich-will-wissen.de)

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